2009/10

Zum Klimaschutz AKTIV beitragen

HTL Ried

Zum Klimaschutz AKTIV beitragen

Erst war die Freude über den Neubau der HTL Ried groß, bald aber fing das Jammern an: Den einen war zu kalt, den anderen zu warm. Wurden die Fenster aufgerissen, stieg die Temperatur der Heizkörper und die Energie strömte wortwörtlich zum Fenster hinaus.​​​

Die Steuerung des Heizsystems rang den jungen Technikfreaks zwar Respekt ab und beeindruckte beispielsweise durch Messkurven, die per Internet von jedem Punkt der Erde variiert werden konnten. Eine angenehme Raumtemperatur schien dennoch ein Ding der Unmöglichkeit.

Schuld daran war, so der Befund der TechnikerInnen, eine außengeführte Regelung, die sich an der Lufttemperatur im Freien orientierte. Die Trägheit des gesamten Systems verhinderte ein zu starkes Schwanken der Temperaturen bzw. ein unkontrolliertes Schwingen des Regelkreises.

„Es reicht!“, befanden die jungen Leute und erstellten mit Unterstützung ihres Projektleiters Franz Liebl ein Energiesparkonzept. In der ersten Umsetzungsphase bauten sie in drei Klassen kleine, preiswerte Logo-Steuerungen ein und programmierten sie so, dass Sensoren die Innentemperatur der Klassenzimmer überprüfen: Kleine Reed-Kontakte erkennen das Öffnen des Fensters, PT100-Module messen die Temperatur, dazu sind ansteuerbare Heizkörperventile montiert.

Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Heizleistung dem Bedarf entsprechend anpassen , nachts und in den Ferien senken oder auf Frostschutztemperatur einstellen.

Kleine Ursache, große Wirkung. Mit einfachen Mitteln bewirkt das Projekt der Rieder SchülerInnen massive Energieeinsparungen und damit auch finanziellen Gewinn. Stimmt die Kalkulation, so könnten über 60 Prozent der budgetierten Summe von 35.000 Euro für andere notwendige Schulvorhaben verwendet werden. In Zeiten schlanker Budgets hat sich das innovative Projekt bereits Anerkennung verschafft und auch intern einiges in Bewegung gebracht. Da die ganze Schule in das Projekt eingebunden war, macht sich ein Nachdenkprozess bemerkbar. „Eine Stimmung des Energiesparens“, wie es einer aus dem Projektteam beschreibt.

Nach Abschluss der Probephase und der Auswertung der Ergebnisse werden die SchülerInnen als Peers ihr Wissen aus Projektmanagement und Programmierung an die nächsten Klassen weitergeben. So können auch weitere Klassen zu Wohlfühlräumen werden.